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Verdrängen soziale Netzwerke traditionelle Mailanbieter?

11 Mai

social-networks

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Anwender mehr Zeit in sozialen Netzwerken als mit der Bearbeitung von Mails verbringen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema gründet auf der Beobachtung, dass die Kommunikation im Internet im zunehmenden Maße über soziale Netzwerken wie Xing, StudiVZ oder Facebook abläuft, während traditionelle Mailangebote – vor allen von Jugendlichen – als Kommunikationstool an Bedeutung verlieren (vgl. in diesem Zusammenhang auch Netzwertig). Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie man diese Entwicklung – mehr oder weniger zuverlässig – quantitativ belegen kann. Alleine aufgrund der Anzahl der Unique User ist ein solcher Rückschluss sicherlich zu abstrakt und es lassen sich lediglich allgemeine Aussagen bezüglich der Popularität einzelner Produktkategorien ableiten (vgl. hierzu Abb. 1 – Quelle: emarketer).

Erste Anhaltspunkte in diese Richtung geben jedoch Indikatoren wie die Entwicklung der „Seitenbesuche je Monat und Angebot“. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass ein Großteil der Anwender fast täglich oder zumindest mehrmals pro Woche seine Mails kontrolliert. Wenn soziale Netzwerke traditionelle Mailangebote wie GMX und WEB.DE tatsächlich verdrängen, müsste sich dies zumindest im Zeitverlauf in einem Anstieg/Rückgang der Vists per Unique Vistor widerspiegeln.

Die folgende Abbildung zeigt vor diesem Hintergrund die Entwicklung der Visits per Unique Visitor von Xing, StudiVZ, WER-KENNT-WEN und GMX sowie WEB.DE im Überblick. Danach werden soziale Netzwerke zum Teil deutlich häufiger als traditionelle Mailangebote frequentiert. Einen massiven Rückgang der Visits per Visitor bei traditionellen Mailangeboten kann man gegenwärtig jedoch noch nicht beobachten, weshalb von einer Verdrängung zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicherlich noch nicht gesprochen werden kann.

Der hier skizzierte Kurvenverlauf verwundert jedoch nicht. So ist davon auszugehen, dass die bisherigen Mailnutzer nicht ohne weiteres ihre bisherigen Mailaccounts kurzfristig löschen und die elektronische Kommunikation vollständig über Soziale Netzwerke abwickeln. Viemehr ist anzunehmen, dass es sich bei der Verlagerung der Nutzungsschwerpunkte um einen stetigen und langfristigen Prozess handelt, bei dem es in Abhängigkeit der auszutauschenden Inhalte zu einer partiellen Nutzungsveränderung kommt. Die folgende Abbildung zeigt in diesem Zusammenhang z. B. auf, dass Facebook und Twitter in Summe bereits heute einen höhren Stellwert als die traditionelle eMail haben,  wenn es um den Austausch von aktuellen Nachrichten, Links oder Bildern geht (vgl. Business Insider 2009).

chartoftheday

Die hier skizzierten Entwicklungstendenzen sind aber nicht nur für Mailanbeiter wie GMX oder WEB.DE von Bedeutung. So erscheint es offensichtlich, dass auch Medienunternehmen oder E-Commerce-Betreiber ihre Inhalte wesentlich offener und proaktiver als in der Vergangeheit zur Verfügung stellen sollten, um ihre Reichweiten auszubauen.  Bezogen auf den deutschsprachigen Raum muss allerdings konstantiert werden, dass die Auseinandersetzung mit diesen Themen bei “traditionellen” Unternehmen häufig noch am Anfang steht.