What it means to be a great company

16 Jan

Was zeichnet ein großartiges Unternehmen aus? Zu diesem Thema hielt Fred Wilson – gegenwärtig einer der bekanntesten Venture-Capital-Geber im Internet-Umfeld – einen Vortrag auf dem SeedCamp2009, durch den ich bei Exciting Commerce aufmerksam wurde. Inhaltlich stellt dieser Vortrag eine durchaus inspirierende Ergänzung zu der in letzter Zeit immer häufiger angesprochenen Innovations- und Copy-Cat-Problematik der deutschen Internetwirtschaft dar (vgl. hierzu z. B. Exciting Commerce, Netzwertig), wo jüngst das Rennen um den besten Groupon-Klon eröffnet wurde (vgl. Kassenzone). Nicht zuletzt aus diesem Grund erscheint es interessant, die zentralen Aussagen dieses Vortrags zu übersetzen und in Form eines kurzen Beitrags aufzuarbeiten. Die dabei angesprochenen Merkmale “großartiger Unternehmen” lassen sich vier Themenbereichen zuordnen, die mit der

  • Bedeutung des Unternehmertums, dem
  • Erhalt der Innovationsfähigkeit, der
  • Akzentuierung langfristiger Unternehmensinteressen sowie der
  • Kundenfokussierung/-wertschätzung zusammenhängen.

Was sind vor diesem Hintergrund nun die Merkmale, die großartige Unternehmen aufweisen?

Merkmal 1: Good companies are build to last!

Seit mehreren Jahren lässt sich erkennen, dass immer mehr Copy Cats den Markt überfluten. Dahinter steht nicht selten die Absicht, einen schnellen Exit zu realisieren. Die so genannte E-Commerce-Offensive der Samwers ist sicherlich eines der bekanntesten Beispiele für einen solchen Ansatz in Deutschland, wo neue E-Commerce-Ansätze ebenso schnell aufgebaut wie verworfen werden. Wilson stellt in diesem Zusammenhang die Frage, wie solche Unternehmen ernsthaft ein exzellentes und nachhaltiges Produkt entwickeln können, wenn die Gründer nur nach einem kurzfristigen Exit streben. Daher investiere er nur in solche Unternehmen, deren Management-Team keine Zweifel daran lässt, ein nachhaltiges und wirtschaftliches Wachstum zu forcieren. Grundsätzlich finden zwar auch immer wieder Copy Cats Investoren, so Wilson. Die betreffenden Klone stehen jedoch häufig bereits nach kurzer Zeit vor der Herausforderung, sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven Wettbewerbsumfeld behaupten zu müssen – ohne dass ein echten Mehrwert im Konkurrenzvergleich für den Anwender erkennbar ist. Treffend hält Wilson fest, dass großartige Unternehmen gewöhnlich eine große Idee erfinden und nicht kopieren, womit wir zum zweiten Merkmal großartiger Unternehmen kommen.

Merkmal 2: Great companies are constantly innovating!

Großartige Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Innovationsfähigkeit stetig in Form neuer Produktideen und Prototypen unter Beweis stellen. Allerdings gelingt es nur wenigen Unternehmen, diese Fähigkeit dauerhaft zu erhalten. Da mit dem zunehmenden Unternehmenswachstum der Bürokratie- und Koordinationsaufwand steigt, steht insbesondere auch den Gründern – die sich in einer frühen Phase der Unternehmensgründung vordergründig auf die Entwicklung und Realisierung neuer Produktideen konzentrieren – immer weniger Zeit für Innovationen zur Verfügung. Ihr Aufgabenfeld verschiebt sich vielmehr von der Ideenrealisierung zur Ideenverwaltung; damit umschreibt Wilson implizit ein Phänomen, dass in der Soziologie als Parkinsonsches Gesetz bekannt ist. Bereits ein Start-up muss sich daher mit der Frage beschäftigen, wie es seine Innovationsfähigkeit langfristig erhalten kann, auch wenn momentan noch keine Anzeichen für Innovationsprobleme erkennbar sind. Zentral für den Erhalt der Innovationsfähigkeit ist nach Wilson vor allem die Fähigkeit, schlechte Ideen schell zu verwerfen und sich von Rückschlägen nicht abschrecken zu lassen. Genau in diesem Punkt sieht Wilson auch den “Spirit des Valleys” begründet. Anders formuliert: Frühzeitiges und bewusstes scheitern ist eine durchaus erstrebenswerte Eigenschaft. Zum einen lässt sich auf diesem Wege sicherstellen, dass nicht unnötige Ressourcen für durchschnittliche Produktideen beansprucht werden. Zum anderen ist es nicht unüblich, dass unrealistische Ideen häufig auch einen Anstoß für großartige Ideen geben können. Entsprechend hält Wilson fest: “Fail fast. If the idea does not work: Give it up“ – diese Aussage unterstreicht noch einmal die bereits an anderer Stelle angesprochene strategische Bedeutung von Prototypen in der Softwareentwicklung.

Merkmal 3: Great companies are lead by entrepreneurs that make decisions based on long term business needs!

Das Ziel der Unternehmenstätigkeit besteht nicht darin, am Ende des Geschäftsjahres ein Gewinn in Höhe von US-$ 5 Millionen zu erwirtschaften. Großartige Unternehmen und deren Entscheider gehen vielmehr der Frage nach, wie sie in fünf Jahren einen Gewinn in Höhe von US-$ 500 Millionen realisieren, so Wilson. Ein Ansatz um diese langfristige Denkweise zu forcieren sieht er unter anderem darin, die Provisionen von Top-Entscheidern an die langfristige Entwicklung des Unternehmens zu koppeln – eine nicht grundsätzlich neue Erkenntnis. Bedeutsamer als die eigentliche Incentivierung der Entscheidungsträger sei es jedoch, dass diese aus intrinsischen Motiven das Unternehmen langfristig vorantreiben. Dieses Ziel können sie sowohl als Geschäftsführer aber auch als “graue Eminenz” im Hintergrund erreichen. Letztgenannter Fall zielt dabei auf den Umstand ab, dass zahlreiche Gründer nach gewisser Zeit durch externe Geschäftsführer ersetzt werden. Nach Wilson müsse so eine Maßnahme jedoch nicht bedeuten, dass sich die Gründer aus dem Geschäft zurückziehen. Erstrebenswerter sei es, wenn sie im Unternehmen verbleiben, um die langfristige Umsetzung ihrer Produktidee sicherzustellen. Ein Unternehmen kann zwar auch ohne den Gründer erfolgreich und langfristig am Markt bestehen: Im Idealfall sollte dieser Weg jedoch gemeinsam bestritten werden.

Merkmal 4: Great Companies always put the user in first place (…) and infect their customers with their brand!

Den entscheidenden Punkt für den langfristigen Unternehmenserfolg sieht Wilson schließlich darin, dass großartige Unternehmen den Kunden immer an vorderste Stelle rücken. Auf den ersten Blick erscheint diese Aussage ebenso selbstverständlich wie trivial. So wird mit hoher Wahrscheinlichkeit jedes Unternehmen betonen, den Kunden stets in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Blick in die Praxis zeigt aber auch, dass dies nur wenigen Unternehmen wirklich gelingt. Gerade in größeren Unternehmen verbringen die Produktverantwortlichen einen immer größer werdenden Teil ihrer Arbeitszeit damit, die Interessen interner Stakeholder zu befriedigen. Dieser Umstand wurde jüngst auch von der Silicon Valley Software Group angesprochen und kritisiert: “The job of the product manager devolves into one of documenting stakeholder requirements, mediating conflicting objectives, and allocating the limited developer resources to try to satisfy as many of the stakeholders as possible”. Für den eigentlichen Endkunden verbleibt jedoch immer weniger Zeit. Großartige Unternehmen zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass sie im Zweifelsfall stets die Kunden und nicht die internen Stakeholder in den Vordergrund rücken.

Jetzt gilt es natürlich die Frage zu beantworten, wer von uns in einem großartigen Unternehmen arbeitet : -)

Was zeichnet ein großartiges Unternehmen aus? Zu diesem Thema hielt Fred Wilson – gegenwärtig einer der bekanntesten Venture-Capital-Geber im Internet-Umfeld – einen Vortrag auf dem SeedCamp2009. Inhaltlich stellt dieser Vortrag eine durchaus inspirierende Ergänzung zu der in letzter Zeit immer häufiger angesprochenen Innovations- und Copy-Cat-Problematik der deutschen Internetwirtschaft dar (vgl. z. B. Exciting Commerce, Kassenzone, Netzwertig). Daher erscheint es interessant, die zentralen Aussagen dieses Vortrags zu übersetzen und in Form eines kurzen Beitrags aufzuarbeiten. Die in diesem Zusammenhang angesprochenen Merkmale großartiger Unternehmen lassen sich dabei vier Themenbereichen zuordnen, die mit der
Bedeutung des Unternehmertums, dem
Erhalt der Innovationsfähigkeit, der
Akzentuierung langfristiger Unternehmensinteressen sowie der
Kundenfokussierung/-wertschätzung zusammenhängen.
Was sind vor diesem Hintergrund nun die Merkmale, die großartige Unternehmen aufweisen?
Merkmal 1: Good companies are build to last!
Seit mehreren Jahren lässt sich erkennen, dass immer mehr Copy Cats den Markt überfluten. Dahinter steht nicht selten die Absicht, einen schnellen Exit zu realisieren. Die so genannte E-Commerce-Offensive der Samwers ist sicherlich eines der bekanntesten Beispiele für einen solchen Ansatz in Deutschland, wo neue E-Commerce-Ansätze ebenso schnell aufgebaut wie verworfen werden. Wilson stellt in diesem Zusammenhang die Frage, wie solche Unternehmen ernsthaft ein exzellentes und nachhaltiges Produkt entwickeln können, wenn die Gründer nur nach einem kurzfristigen Exit streben. Daher investiere er nur in solche Unternehmen, deren Management-Team keine Zweifel daran lässt, ein nachhaltiges und wirtschaftliches Wachstum zu forcieren. Grundsätzlich finden zwar auch immer wieder Copy Cats Investoren, so Wilson. Die betreffenden Klone stehen jedoch häufig bereits nach kurzer Zeit vor der Herausforderung, sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven Wettbewerbsumfeld behaupten zu müssen – ohne dass ein echten Mehrwert im Konkurrenzvergleich für den Anwender erkennbar ist. Treffend hält Wilson fest, dass großartige Unternehmen gewöhnlich eine große Idee erfinden und nicht kopieren, womit wir zum zweiten Merkmal großartiger Unternehmen kommen.
Merkmal 2: Great companies are constantly innovating!
Großartige Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Innovationsfähigkeit stetig in Form neuer Produktideen und Prototypen unter Beweis stellen. Allerdings gelingt es nur wenigen Unternehmen, diese Fähigkeit dauerhaft zu erhalten. Da mit dem zunehmenden Unternehmenswachstum der Bürokratie- und Koordinationsaufwand steigt, steht insbesondere auch den Gründern – die sich in einer frühen Phase der Unternehmensgründung vordergründig auf die Entwicklung und Realisierung neuer Produktideen konzentrieren – immer weniger Zeit für Innovationen zur Verfügung. Ihr Aufgabenfeld verschiebt sich vielmehr von der Ideenrealisierung zur Ideenverwaltung; damit umschreibt Wilson implizit ein Phänomen, dass in der Soziologie als Parkinsonsches Gesetz bekannt ist. Bereits ein Start-up muss sich daher mit der Frage beschäftigen, wie es seine Innovationsfähigkeit langfristig erhalten kann, auch wenn momentan noch keine Anzeichen für Innovationsprobleme erkennbar sind. Zentral für den Erhalt der Innovationsfähigkeit ist nach Wilson vor allem die Fähigkeit, schlechte Ideen schell zu verwerfen und sich von Rückschlägen nicht abschrecken zu lassen. Genau in diesem Punkt sieht Wilson auch den “Spirit des Valleys” begründet. Anders formuliert: Frühzeitiges und bewusstes scheitern ist eine durchaus erstrebenswerte Eigenschaft. Zum einen lässt sich auf diesem Wege sicherstellen, dass nicht unnötige Ressourcen für durchschnittliche Produktideen beansprucht werden. Zum anderen ist es nicht unüblich, dass unrealistische Ideen häufig auch einen Anstoß für großartige Ideen geben. Entsprechend hält Wilson fest: “Fail fast. If the idea does not work: Give it up“ – diese Aussage unterstreicht noch einmal die bereits an anderer Stelle angesprochene strategische Bedeutung von Prototypen in der Softwareentwicklung.
Merkmal 3: Great companies are lead by entrepreneurs that make decisions based on long term business needs!
Das Ziel der Unternehmenstätigkeit besteht nicht darin, am Ende des Geschäftsjahres ein Gewinn in Höhe von US-$ 5 Millionen zu erwirtschaften. Großartige Unternehmen und deren Entscheider gehen vielmehr der Frage nachgehen, wie sie in fünf Jahren einen Gewinn in Höhe von US-$ 500 Millionen Gewinn realisieren, so Wilson. Ein Ansatz um diese langfristige Denkweise zu forcieren sieht er unter anderem darin, die Provisionen von Top-Entscheidern an die langfristige Entwicklung des Unternehmens zu koppeln – eine nicht grundsätzlich neue Erkenntnis. Bedeutsamer als die eigentliche Incentivierung der Entscheidungsträger sei es jedoch, dass diese aus intrinsischen Motiven das Unternehmen langfristig vorantreiben. Dieses Ziel können sie sowohl als Geschäftsführer aber auch als “graue Eminenz” im Hintergrund erreichen. Letztgenannter Fall zielt dabei auf den Umstand ab, dass zahlreiche Gründer nach gewisser Zeit durch externe Geschäftsführer ersetzt werden. Nach Wilson müsse so eine Maßnahme jedoch nicht bedeuten, dass sich die Gründer aus dem Geschäft zurückziehen. Erstrebenswerter sei es, wenn sie im Unternehmen verbleiben, um die langfristige Umsetzung ihrer Produktidee sicherzustellen. Ein Unternehmen kann zwar auch ohne den Gründer erfolgreich und langfristig am Markt bestehen: Im Idealfall sollte dieser Weg jedoch gemeinsam bestritten werden, so Wilson.
Merkmal 4: Great Companies always put the user in first place (…) and infect their customers with their brand!
Den entscheidenden Punkt für den langfristigen Unternehmenserfolg sieht Wilson schließlich darin, dass großartige Unternehmen den Kunden immer an vorderste Stelle rücken. Auf den ersten Blick erscheint diese Aussage ebenso selbstverständlich wie trivial. So wird mit hoher Wahrscheinlichkeit jedes Unternehmen betonen, den Kunden stets in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Blick in die Praxis zeigt aber auch, dass dies nur wenigen Unternehmen gelingt. Gerade in größeren Unternehmen verbringen die Produktverantwortlichen einen immer größer werdenden Teil ihrer Arbeitszeit damit, die Interessen interner Stakeholder zu befriedigen. Dieser Umstand wurde jüngst auch von der Silicon Valley Software Group angesprochen und kritisiert: “The job of the product manager devolves into one of documenting stakeholder requirements, mediating conflicting objectives, and allocating the limited developer resources to try to satisfy as many of the stakeholders as possible”. Für den eigentlichen Endkunden verbleibt jedoch immer weniger Zeit. Großartige Unternehmen zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass sie im Zweifelsfall stets die Kunden und nicht die internen Stakeholder in den Vordergrund rücken.
Jetzt gilt es natürlich die Frage zu beantworten, wer von uns in einem großartigen Unternehmen arbeitet :-)

Seedcamp Week ‘09. Day 4. Masterclass with Fred Wilson from Seedcamp on Vimeo.

Die strategische Bedeutung von Klick-Prototypen!

7 Nov

Die strategische Bedeutung von Klick-Prototypen!

Klick-Prototypen haben eine strategische Bedeutung! Eine bewusst provokant gewählte Überschrift für diesen Blogbeitrag, nicht zuletzt da Klick-Prototypen damit auf die gleiche Ebene wie die Produktstrategie gestellt werden. Bei genauerer Betrachtung ist dieser Vergleich aber durchaus gerechtfertigt, nicht zuletzt da nach wie vor zahlreiche Produkte nach dem Wasserfallmodell entwickelt werden, ohne die Kunden in den Entwicklungsprozess zu integrieren: In der knapp 20-jährigen Geschichte des Internets hat sich allerdings mehrfach gezeigt, dass auf diesem Wege Produkte mit großer Wahrscheinlichkeit an den Bedürfnissen der Anwender vorbei entwickelt werden. Für ein Start-up bedeutet dies in der Regel das Aus. Aber auch etablierte Unternehmen müssen in so einer Situation beachtliche Verluste in Kauf nehmen, z. B. in Form von Gewinnausfällen oder Imageverlusten. Klick-Prototypen können in frühen Phasen der Produktentwicklung einen Beitrag leisten, diese Risiken zu mindern. Aber auch aus anderen Gründen leisten Klick-Prototypen wertvolle Hilfe im Entwicklungsprozess:

  • Prototypen erlauben es in sehr frühen Phasen des Entwicklungsprojektes, dass Produktkonzept mit Anwendern zu testen.
  • Ebenso dienen sie als Gesprächsgrundlage mit der Softwareentwicklung, um die technische Machbarkeit zu diskutieren.
  • Im Kick-off Meeting lassen sich auf Grundlage eines Prototypen die Projektziele deutlich prägnanter darstellen, als es in Form einer traditionellen PowerPoint Präsentation möglich wäre.
  • In der Produktentwicklung geben Prototypen für die Entwickler wertvolle Hinweise, wie ein Produkt auf bestimmte Aktionen der Anwender reagieren soll.
  • Aus dem gleichen Grund ist es auch für die Qualitätssicherung deutliche einfacher Test Cases zu schreiben.
  • Im Gegensatz dazu ist es auf Basis einer traditionellen und schriftlichen Produktspezifiktion so gut wie unmöglich, dieses Verhalten exakt und in kompakter Form zu beschreiben.
  • Schließlich leisten Prototypen einen signifikanten Beitrag, um die Projektkosten zu senken und die anvisierten Termine einzuhalten, da z. B. Usability-Tests vor dem eigentlichen Entwicklungsstart durchgeführt werden können. Aus diesem Grund kommt es während der eigentlichen Produktentwicklung zu deutlich weniger Änderungswünschen, aufgrund derer in der Vergangenheit zahlreiche Entwicklungsprojekte Schiffbruch erlitten.

Vor diesem Hintergrund sprechen sich Branchenexperten immer häufiger dafür aus, dass solche Prototypen den Ausgangspunkt jedes Entwicklungsprojektes darstellen und auch die traditionelle Produktspezifikation in Form eines Word Dokuments ersetzen sollten. Für die Erstellung des eigentlichen Prototypen bedarf es dabei nur weniger Personen, die jedoch mit den Themen Interaction Design, Visual Design, Rapid Prototyping und dem Usability Engineering vertraut sein müssen. Mit der Kenntnis dieser Fachgebiete ist es relativ einfach, auf Basis eines Prototypen-Tools – wie z. B. Axure – die Produktidee in ein testbares Konzept zu überführen. Die Mitwirkung der Softwareentwicklung ist in diesem Zusammenhang in der Regel noch nicht erforderlich, da Prototypen mehrheitlich keine echten Funktionalitäten und Daten erfordern. Die Daten und Inhalte werden vielmehr simuliert, um ohne größeren Aufwand zu einem Prototypen zu gelangen, der bestimmte Funktionen realitätsnah abbildet und als Grundlage für Usability-Tests fungiert. Zur Erstellung des eigentlichen Prototypen werden alle Bestandteile des anvisierten Produktes, wie z. B. die einzelnen Seiten- und Navigationselemente, mit einem Prototypen-Tool erstellt, mit den entsprechenden Menüs beschriftet und gegebenenfalls mit ersten Designentwürfen angereichert. Auf dieser Grundlage ist es in zeitnah möglich, ein realitätsnahes Abbild des anvisierten Produktes zu erstellen. Im Zuge von Nutzertests sind solche Prototypen im nächsten Schritt so lange iterativ zu präzisieren und optimieren, bis die Anwender die grundlegenden User Stories bzw. Nutzungsszenarien ohne größere Probleme verstehen.

Ungeachtet dieser Vorteile spielen Prototypen in der Softwarebrache nach wie vor eine untergeordnete Rolle, obwohl sie gerade für den Einsatz in diesem Umfeld prädestiniert sind. In dieser Hinsicht kann die Internetbranche selbst von traditionellen Wirtschaftszweigen noch viel lernen: So wäre es in der Automobilindustrie beispielsweise vollkommen undenkbar, eine Neuproduktentwicklung anzustoßen, ohne das anvisierte Fahrzeug zuvor in Form eines virtuellen oder physischen Prototypen zu testen.

Anmerkung: Das Bild dieses Artikels stammt von AutoScout24, wo zur Erstellung von “Autowissen” ebenfalls ein Prototyp zum Einsatz kam; viele Grüße übrigens an dieser Stelle an die ehemaligen Kollegen ;-)

Blogs zum Thema Online Produktmanagement

18 Okt

Blogs zum Thema Online Produktmanagement

Blogs gewinnen immer mehr an Bedeutung, insbesondere wenn es um den Austausch von Fachinformationen geht, die in den traditionellen Medien nur bedingt thematisiert werden. Nach wie vor zählt auch das Online Produktmanagement zu diesen Nischenthemen, wobei dieser Umstand grundsätzlich erstaunt: Selbst das Bundeswirtschaftsministerium weist auf die besondere Bedeutung der elektronischen Geschäftstätigkeit für die zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung hin.

Vor diesem Hintergrund lassen sich grundsätzlich zahlreiche Blogs identifizieren, die sich mit allgemeinen Internetthemen und -trends auseinandersetzen (z. B. TechCrunch, ReadWriteWeb, Silicon Alley Insider, etc.). Es existieren jedoch deutlich weniger Blogs, die explizit auf das Thema Online Produktmanagement und angrenzende Themengebiete abstellen. Die wichtigsten – und aus meiner Sicht interessantesten – Blogs zu diesem Thema werden in diesem Beitrag in kompakter Form vorgestellt, um den Zugang zu diesen Fachinformationen zu erleichtern; die hier vorgestellte Liste wird in Zukunft noch weiter ausgebaut.

  • An erster Stelle sei auf das Blog der Silicon Valley Product Group hingewiesen, indem einschlägige Branchenexperten, wie z. B. Marty Cagan, regelmäßig über ihre Erfahrungen im Bereich der Online Produktentwicklung berichten. Inhaltlich werden dabei sowohl strategische als auch operative Fragestellungen des Online Produktmanagements aufgearbeitet, angefangen von der Ideengenerierung über die Ausarbeitung von Produktspezifikationen bis hin zum operativen Betrieb und der organisatorischen Verankerung des Produktmanagements im Unternehmen.
  • Das Thema Produkt-/Softwareentwicklung wird im „SCRUM Log“ von Jeff Sutherland umfassend behandelt, der neben Ken Schwaber zu den Erfindern von SCRUM zählt. Entsprechend der Fokussierung auf den Produktentwicklungsprozess und die operative Projektsteuerung, steht in diesem Blog die Auseinandersetzung mit agilen Methoden der Softwareentwicklung im Vordergrund. Das Blog von OOSE ist ebenfalls ein guter Anlaufpunkt im deutschsprachigen Raum, um sich intensiver mit den Themen Software-Engineering und Projektmanagement auseinanderzusetzen. 
  • Wenn es um das Thema Produktentwicklung geht, spielt im Online Produktmanagement naturgemäß das Thema Usability eine zentrale Rolle. Im Usabibiltyblog finden sich zu diesem Thema zahlreiche und detaillierte Beiträge, die von mehr als 30 Autoren mit einschlägiger Branchenerfahrung verfasst wurden bzw. werden. Im englischsprachigen Raum existiert mit UxBooth ein ähnlich ausgerichtetes und interessantes Blog.
  • Neben den unmittelbar mit der Produktentwicklung zusammenhängenden Fragestellungen, sei an dieser Stelle noch auf die Bedeutung des Themas Web Analytics für Online Produktmanager hingewiesen, um z. B. die Produkt-Performance zu überwachen oder in Form von A-B-Tests systematisch zur Verbesserung von Bestandsprodukten beizutragen. Im deutschsprachigen Raum stechen in diesem Kontext die Blogs Timo Aden, Webanalyse-News und  Web-Analytics-nutzen hervor. Ferner sei an dieser Stelle das Blog WatchingWebsites genannt, das gleichzeitig das bei O`Reilly erschienene Buch „Complete Web Monitoring“ ergänzt.

Über Vorschläge und Hinweise zu weiteren PM-Blogs würde ich mich freuen.

Infografiken und Checklisten fuer Online Produktmanager

11 Okt

Infografiken bemühen sich um eine möglichst effiziente Darstellung von Fakten und Zusammenhängen. Gerade bei komplexen Themengebieten sollen sie es erleichtern, bestimmte Vorgänge oder Aufgaben besser nachvollziehen oder die betreffenden Inhalte besonders leicht vermitteln zu können. In diesem Beitrag werden daher die interessantesten Infografiken zum Thema Online Produktmanagement zusammengetragen, die sich mit den verschiedenen Facetten dieses Aufgabengebietes beschäftigen (z. B. Scrum, Usability, SEO, Optimierung der Conversion Rate, etc.). Ein Klick auf die Bilder führt zu den Originalquellen in einer höheren Auflösung, bzw. zu den Webpräsenzen der Ersteller der jeweiligen Infografik. Eine allgemeine Sammlung von Infografiken finden sich in meinem zweiten Blog bei Posterous

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So einfach ist Scrum –> Überblick der wichtigsten Rollen, Artefakte und Meetingtypen

scrum

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Detailbetrachtung eines Scrum-Projektes

scrum-flow

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Säulen der erfolgreichen Online Produktentwicklung

Saeulen-der-Produktentwicklung

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Usability Engineering

Elements-of-User-Experience

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Ablauf eines Usability-Projekts

Ablauf-eines-Usability-Projektes

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Optimierung von Produktdetailseiten

product detail page

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Situative Eignung von SEM Maßnahmen

sem

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Hypes als Gefahrenquelle und Chance

gartner-hype-cycle

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Lebenszyklus von Inhalten im Web

lifecycle-web

Twitter – Studien und Fakten im Überblick

28 Aug

Twitter-Startseite

In den letzten Wochen und Monaten wurden diverse Statistiken über Twitter und den Stellenwert dieses Dienstes veröffentlicht. In diesem Beitrag werden die zentralen Aussagen dieser Studien zusammengetragen, um einen Überblick des aktuellen Diskussionsstandes zu geben (Stand: 28. August 2009).

  • In Deutschland ist die Zahl der Twitter-Accounts von 62.000 im April auf 145.000 im Juli gestiegen.  Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der Besucher dieses Dienstes von 0,97 Millionen auf 1,99 Millionen (Quelle: FAZ).
  • Allerdings veröffentlichen 85,3 Prozent der Anwender weniger als einen Tweet pro Tag und rund 21 Prozent der Anwender haben noch nie einen Tweet veröffentlicht (Quelle: Chip.de).
  • Die Anwender als solches entstammen vordergründig der Medien- und Internetbranche, die insgesamt jedoch nur einen kleinen Teil der gesamten Internetnutzer repräsentieren. In anderen Wirtschaftsbereichen spielt Twitter bislang eine untergeordnete Rolle (Quelle: W3B.ORG).
  • Dieser Umstand lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dasnach wie vor etwa 30 % Internetnutzer in Deutschland Twitter nicht zu kennen. Rund 5 % der Internetnutzer nutzen diesen Dienst mindestens 1-mal pro Woche (Quelle: Statistika). Zum Vergleich: Blogs werden von 24,3 Prozent mindestens einmal pro Monat gelesen, bei Wikis beziffert man diesen Wert sogar auf 66,8 Prozent.
  • 60 Prozent der Neueinsteiger kehren nach den ersten Besuchen nicht auf die Webseite von Twitter zurück.  Bei Sozialen Netzwerken wie Facebook beträgt dieser Wert rund 70 Prozent (Quelle: Nielsen).
  • 93,6 Prozent der Twitter-Nutzer haben weniger als 100 Follower und 92,4 Prozent der Nutzer folgen weniger als 100 Personen (Quelle: Chip.de).
  • Der Anteil von Spam in den Tweets beträgt etwa vier Prozent. Rund 40 Prozent der Tweets seien „Gebabbel“, 37,5 % haben Konversationscharakter und knapp 6 % hängen mit der Selbstdarstellung des jeweiligen Autoren zusammen, so die Beratungsfirma PearAnalytics (Anmerkung: In der hier genannten Studie bleibt allerdings unklar, anhand welcher Kriterien die Zuordnung der 2.000 untersuchten Tweets erfolgte, weshalb die Aussagekraft dieser Studie in Frage zu stellen ist) (Quelle: PearAnalytics).
  • Rund 55% der Tweets wird nicht direkt über die Webseite von Twitter, sondern über andere Publishingtools veröffentlicht.
  • 54 % der Fortune 100 Unternehmen haben einen Twitter Account. Zum Vergleich: Nur 32 % haben ein Corporate Blog. Von den 30 Dax-Unternehmen verfügen derzeit 22 über Twitter-Accounts, wobei allerdings noch keine systematische Nutzung erfolgt (Quelle: www.pr-com.de). Dieser Umstand wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass nach wie vor ein großer Teil der Führungskräfte in deutschen Unternehmen mit Begriffen wie Social Media nicht vertraut ist (Quelle: Brain Injection).
  • Lediglich 8 % der Unternehmen erachtet Twitter als sehr effektiven Marketingkanal. 24 % der Unternehmen vertreten die Meinung, Twitter sei nur bedingt zu diesem Zweck geeignet, so das Beratungsunternehmen eMarketer (Quelle: eMarketer). Eine jüngere Studie von Forrester Research unterstreicht hingegen die zunehmende Bedeutung von Social Media (Quelle: Forrester).
  • Die Tweets von Unternehmen sind weitestgehend unpersönlich: Nur bei etwa 20 Prozent der Tweets ist ein Absender erkennbar (Quelle: Entwickler-Magazin).