„Mobilegedon“ im Online Print?

Gastbeitrag von Christian Reeb & Christian Maaß

Das Thema Mobile hat in den letzten Wochen für Schlagzeilen gesorgt: Google erhält mittlerweile mehr Suchanfragen über mobile Endgeräte als über den Desktop und hat dementsprechend auch seine mobilen Werbeformate ausgebaut. Für weitaus mehr Gesprächsstoff hat jedoch die Umstellung des Suchalgorithmus der Amerikaner gesorgt, wonach nicht für Mobilegeräte optimierte Seiten abgestraft und mit einem entsprechenden Tag deklariert werden. Am 21. April wurde damit begonnen, die entsprechenden Updates auszurollen und es zeichnet sich mittlerweile ab, dass es klare Gewinner und Verlierer gibt, wie eine Auswertung von Seachmetrics zeigt. So hat das Social Network Xing über 30% seiner Sichtbarkeit verloren während dessen amerikanische Konkurrent Linkedin seine Sichtbarkeit um 23% verbessern konnte. Wenngleich das Google Update auf mobile Suchanfragen abzielt, konnte man in den letzten Wochen stellenweise aber auch Veränderungen bei der Desktop-Sichtbarkeit vieler Seiten beobachten. Dies gilt insbesondere für den Bereich Online Print, der bekannter Maßen – mit wenigen Ausnahmen – bislang noch großzügig auf mobil optimierte Webseiten verzichtet. Nicht zuletzt aus diesem Grund liegt es nahe, sich dieser Branche näher zu widmen.

Fakt ist, dass es bei der Sichtbarkeit (gem. Searchmetrics) von Online Druckereien – sowohl bei mobilen Suchanfragen als auch bei Anfragen über den Desktop – mit dem ausrollen der Updates zu klaren Veränderungen gekommen ist. So haben auf dem Desktop Vistaprint (fast -30%) und „Die Druckerei“ (ca. -6%) deutliche Sichtbarkeitseinbrüche verzeichnen müssen. Im Fall von Vistaprint gilt dies mit einer Verschlechterung von fast 30% auch im Bereich der mobilen Suche, Wir-machen-Druck ist hier mit einem Rückgang von -6% nur geringfügig betroffen.

Desktop-Search-Online Print

Abb. 1: Entwicklung der Sichtbarkeit von Online Printern in DE (Desktop)

Die anderen Online Printer gewinnen mal mehr, mal weniger und füllen diese „Sichtbarkeits-Gap“ relativ genau auf. Eine Interpretation der aktuellen Sachlage gestaltet sich allerdings schwierig. Beispielsweise zeigen die Daten vom 26. April – kurz nach dem Mobile Update – eher geringere Auswirkungen als man hätte erwarten können. Vielmehr erstaunt es, dass der Branchenprimus Vistaprint nur eine Woche später im Mai massiv an Sichtbarkeit verloren hat, obwohl die Seite grundsätzlich über das Viewport-Tag in Richtung Mobile optimiert wurde. Als ebenso erstaunlich ist auch der Sachverhalt anzusehen, dass Saxoprint vergleichsweise starke Zuwächse bei der mobilen Suche verzeichnet, obwohl die Seite weder responsive ist noch eine mobile Seitenvariante zur Verfügung stellt.

Mobile-Update-Online-Print

Abb. 2: Entwicklung der Sichtbarkeit von Online Printern in DE (Mobile)

Auf den ersten Blick passen die Sichtbarkeitsverluste/-gewinne insofern nicht zu einem mobil ausgerichteten Update. Es drängt sich daher die Frage auf, ob die starken Bewegungen in den SERPs der Druckbranche

a) nur ein temporärer Schluckauf von Google,
b) die tatsächlichen Auswirkungen des „Mobilegeddon“ oder
c) auf Veränderungen an verschiedenen SEO relevanten Punkten der Shops durch die Online Printer selbst zurückzuführen sind.

Unabhängig davon, ob sich die aktuell zu beobachtbaren Verschiebungen langfristig bestätigen oder nicht, dürfte es sich lohnen, die Seitenarchitektur der Online Drucker – vor allem von Vistaprint – einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, um den Ereignissen auf die Spur zu kommen.

Summa summarum lässt sich somit festhalten, dass das mobile Update von Google bislang zu geringen Sichtbarkeitsverlusten geführt hat als im Vorfeld anzunehmen war. Dem ist aber auch hinzuzufügen, dass es um die Sichtbarkeit von Online Druckereien im Vergleich zu anderen eCommerce Seiten ohnehin noch nicht sonderlich gut bestellt ist – auf diesen Sachverhalt wurde bereits an anderer Stelle hingewiesen.

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